Vieles ist vorstellbar als Geschichte hinter dem Straßennamen „Marientränke”: eine Marienerscheinung oder eine der Jungfrau Maria gewidmete Tiertränke zum Beispiel. Die Geschichte dieses Weges ist allerdings eine recht grausame, die einer jungen Frau ein frühes Ende, aber dauerhafte Präsenz im Wegenamen wie in einer Sage bescherte.

In der „Chronik der Stadt Burg” heißt es dazu: „1733 Am Dienstag den 19. Mai wird an einem Wasserloch in der Feldmark Tieferwisch Maria Huhn, welche am 8. August des vorigen Jahres ihr mit Daniel Güttlingen in Unzucht erworbenes Kind umgebracht hat, nach vorhergegangenem Urteil und Recht mit der Strafe des Sackes belegt und so vom Leben zum Tode gebracht und darauf auf den Kirchhof St. Nicolai in obscuro loco (an einem abgelegen bzw. finsteren Ort) begraben.” Die Feststellung ihrer Unschuld kam zu spät und so benannte man den Ort, an dem sie so grauenvoll zu Tode kam, nach ihr. Aus Marias Geschichte wurde die „Sage von der Marientränke in Burg”, in der ein schönes, reiches Mädchen ein Kind auf seiner Schwelle findet und bei sich aufnimmt. Kurz darauf verstirbt dieses. Böse Nachbarn verunglimpfen die Arme als Kindsmörderin. Auch hier gab es ein Fehlurteil nach durch Folter erpresstem Geständnis.

Der Teich, in dem das Urteil vollstreckt wurde, ist schon lange verschwunden. Der Straßenname blieb. Nachzulesen ist die Sage auf der Internetseite der Stadt Burg oder natürlich in den Büchern mit Sagen und Geschichten aus dem Jerichower Land in der Burger Touristinformation oder der Bibliothek der Stadt Burg.

Mit freundlicher Unterstützung des Heimatvereins Burg.