Am 30. November 2016 nahm die UNESCO die Genossenschaftsidee in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes auf.

Die freiwillige Vereinigung von Menschen mit gleichen Interessen als eine allen offen stehende Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation – ist etwas Besonderes. Als nichtstaatliches Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung wurden in diesem Sinne Unternehmen verschiedensten Inhalts gegründet. Mehr als 7.500 Banken (zum Beispiel: Volksbank Jerichower Land eG), Handels-, Handwerks- und Energiegenossenschaften (unter anderem: BHG eG und die Genossenschaft für erneuerbare Energien im Jerichower Land eG), Tageszeitungen (zum Beispiel: taz) und eben nicht zuletzt Wohnungsgenossenschaften wie die BWG sind allein in Deutschland Beispiele des erfolgreichen Zusammenschlusses. Die Genossenschaftsmitglieder werden durch den Erwerb von Anteilen zu Miteigentümern und haben eine von der Zahl der erworbenen Anteile unabhängige Stimme zur aktiven Mitgestaltung. Die hohe Anzahl von Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland und die rechtliche Absicherung ihrer Grundsätze durch ein Genossenschaftsgesetz sind im internationalen Vergleich Besonderheiten. Dennoch sind Genossenschaften auch weltweit ein gern genutztes Unternehmensmodell. Die BWG in Burg ist hierbei den Mitgliedern verpflichtet ihnen guten, sicheren und bezahlbaren Wohnraum in der genossenschaftlichen Gemeinschaft zu bieten.

Wie wird man Weltkulturerbe?

Der Zwischenstaatliche Ausschuss der UNO zum Immateriellen Kulturerbe entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Listen des Immateriellen Kulturerbes. Er setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zum Immateriellen Kulturerbe zusammen. Kriterien für die Anerkennung sind unter anderem: eine nachweisbare Lebendigkeit, eine identitätsstiftende Komponente für die Trägergemeinschaft der Kulturform, die Entwicklung von Erhaltungsmaßnahmen, eine weitreichende Beteiligung der Trägergemeinschaft und die Eintragung in ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Mit der Einschreibung verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Immaterielle Kulturerbe auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu fördern. Die Beantragung beginnt im eigenen Land. In Deutschland startet des Verfahren in den Bundesländern. Jedes Bundesland darf jährlich vier Vorschläge zur Kultusministerkonferenz weiterleiten. Diese übergibt die Gesamtliste wiederum an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO, welches die Vorschläge eingehend prüft. Bis heute sind 171 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.