Das jetzt gefeierte Reformationsjubiläum ist untrennbar mit dem Werk Martin Luthers verbunden. Seine am 31. Oktober 1517 durch den Anschlag an der Wittenberger Schlosskirche veröffentlichen 95 Thesen zum Ablasshandel fanden solchen Widerhall, dass diese die Reformation auslösten. Statt einer Erneuerung der Kirche gaben sie den Anlass für deren Spaltung und die Bildung des Protestantismus. Martin Luther übersetzte im Folgenden, auf der Wartburg als Junker Jörg versteckt, die Bibel in die deutsche Sprache. Dabei war es ihm wichtig, möglichst nahe an den Urschriften in hebräischer und griechischer Sprache zu arbeiten sowie den Text in einer Sprache wiederzugeben, der allgemeinverständlich war. Damit machte er die Bibel einerseits dem einfachen Volke zugänglich. Andererseits wirkte die Schrift stil- und sprachbildend für die kommenden Jahrhunderte. Schon allein diese Lebensleistung ist aller Anerkennung Wert. In Burg schmückt sein Name eine der längsten Straßen der Stadt. Die ehemalige Artilleriestraße entlang den Burger Kasernen wurde nach dem II. Weltkrieg nach ihm benannt. In den 80er Jahren wurde die Straße von der Kreuzung Gorkistraße bis zur Gartenstraße (ehemalige Schützenstraße, Wilhelm-Külz-Straße, „Gummibahnhof”, Platz des Friedens) erweitert, um ein neues Wohngebiet zu erbauen. Dieser Abschnitt wurde nach der Wende ebenfalls zur Martin-Luther-Straße.

martinluther-bild

■ geboren 10. November 1483 in Eisleben
■ 1501 Studium in Erfurt
■ 1505 Eintritt ins Kloster der Augustiner-Emeriten Erfurt
■ 1508 Studium der Theologie in Wittenberg
■ 1515 verfasste er die 95 Thesen zum Ablasshandel
■ 1522 Übersetzung des Neuen Testaments
■ 1525 Heirat mit Katharina von Bora
■ gestorben 18. Februar 1546 in Eisleben