Haushalte mit Kindern sowie Rentner werden profitieren

Seit über 50 Jahren hilft das Wohngeld einkommensschwachen Bürgerinnen und Bürgern die Wohnkosten verträglich zu halten. Wohngeld ist kein Almosen des Staates. Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat darauf einen Rechtsanspruch. Mit der Wohngeldreform 2016 gibt es einige positive Veränderungen für die Berechtigten.
Ziel der vom Bundestag beschlossenen Reform, die am 1. Januar 2016 in Kraft trat, ist es, das Wohngeld zu erhöhen und den Empfängerkreis auszuweiten. Zum einen wurden die so genannten Tabellenwerte um durchschnittlich 39 % angepasst. Damit berücksichtigt der Gesetzgeber einerseits den Anstieg der Bruttokaltmieten und des Einkommens, andererseits den Anstieg der warmen Nebenkosten und damit insgesamt der Bruttowarmmiete. Daneben sind die Miethöchstbeträge regional gestaffelt angehoben worden. Die Miethöchstbeträge bestimmen den Betrag, bis zu dem die Miete durch das Wohngeld bezuschusst wird. Damit wurde den in manchen Regionen überdurchschnittlich stark steigenden Mieten Rechnung getragen. Von der Wohngeldreform werden bundesweit rund 870.000 Haushalte profitieren. Darunter sind rund 90.000 Haushalte, die bisher auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen waren.
Paarhaushalte
Bei Paarhaushalten ohne Kinder zeigen sich wie bei den Alleinstehenden ohne Kinder keine Effekte. Diese Haushalte würden sich mit dem reformierten Wohngeld niemals finanziell besserstellen als in der Grundsicherung nach dem SGB II, so dass theoretisch auch nach der Reform kein Wohngeldanspruch entstehen würde.

Alleinstehende
Für Alleinstehende zeigen sich theoretisch keine Reformeffekte. Alleinstehende würden sich auch nach der Reform bei jedem Bruttoverdienst, bei dem noch ein Anspruch auf SGBII-Leistungen besteht, durch die Grundsicherungsleistungen finanziell besser stellen. Da das Wohngeld je nach Region stark variiert, empfiehlt es sich, genaue Informationen bei der zuständigen Wohngeldstelle einzuholen.

Alleinerziehende mit Kindern
Für Alleinerziehende mit zwei Kindern im Bereich zwischen ca. 1.250 EUR und 2.300 EUR Bruttolohn ergeben sich Einsparungen von bis zu 150 EUR. Auch Alleinerziehende mit einem Kind profi tieren, allerdings in geringerem Umfang. Insgesamt verändert die Reform die Möglichkeiten zum Wohngeldbezug für Alleinerziehende deutlich, da sie bisher in keinem Bruttoeinkommensbereich durch das Wohngeld besser gestellt waren als im SGB II und somit theoretisch kein Wohngeldanspruch erreicht werden konnte. Gleiches gilt für den Kinderzuschlag. Nach der Reform wird bei 1.250 EUR Bruttolohn der Wohngeldanspruch und ein Anspruch auf Kinderzuschlag einsetzen, der bedarfsdeckend ist. Somit könnte die Bedürftigkeit nach SGB II überwunden werden.

Paarhaushalte mit Kindern
Paarhaushalte mit zwei Kindern und einem erwerbstätigen Partner werden nach der Reform bei einem Bruttolohn von ca. 1.700 Euro den Grundsicherungsbezug verlassen und dann Wohngeld- und Kinderzuschlag erhalten. Vor der Reform lag diese Schwelle bei gut 1.800 Euro. Das erhöhte Wohngeld wird zu einem maximalen Zuwachs an verfügbarem Einkommen von etwa 100 Euro führen. Während vor der Reform der Wohngeldanspruch bei etwa 2.650 Euro auslief, würde der Haushalt nun bis zu einem Bruttoeinkommen von ca. 2.900 Euro anspruchsberechtigt bleiben.