Sie sehen nett aus, sind freundlich, hören zu und haben manchmal sogar Geschenke dabei: Verkäufer, die plötzlich und unangemeldet an der Wohnungstür stehen. In diesem Jahr waren bereits Stromverkäufer in der Stadt unterwegs.

Waren und Dienstleistungen als fliegender Händler anzubieten ist nicht verboten und kann letztlich auch nützlich sein. Aber man sollte Vorsicht walten lassen. Gerade vor einem Vertragsabschluss ist eine genaue Information zu vergleichbaren Angeboten wichtig. Niemals sollte man etwas unterschreiben, dessen Inhalt man nicht deutlich erkennt. Am besten ist es, sich Infomaterialien geben zu lassen und sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu verabreden. Seriöse Anbieter werden dies akzeptieren. Dann hat man genügend Zeit, sich in der Familie zu beraten und Tarif- und Preisvergleiche beispielsweise per Internet vorzunehmen. So mancher hatte plötzlich zwei Telefonverträge, einen ungünstigen Stromvertrag oder eine unerwartete Dauerbestellung abgeschlossen, ganz entgegen den Versprechungen des Vertreters. Obacht ist gerade auch bei spektakulären Geschichten rund um den Verkauf angebracht. Ob man mit dem Job sein Studium finanziert oder das besondere Medikament für die schwer kranke Mutter hat nichts mit einem Vertragsabschluss zu tun, der angestrebt wird. Solche Geschichten sollten eher hellhörig machen.

Rücktrittsrechte:
Im Juni 2014 wurde das Verbraucherrecht grundlegend reformiert. Jedes Geschäft außerhalb der Geschäftsräume des Anbieters – also in Privaträumen ebenso wie bei Kaffeefahrten – gilt als Haustürgeschäft. Jeder hat hier zwei Wochen Zeit, ohne Begründung vom Vertrag zurückzutreten. Dabei muss der Widerspruch nachweisbar sein. Am Besten diesen also per Einschreiben mit Rückschein absenden. Gleichzeitig raten Verbraucherschützer dazu, den angeblichen Vertragsabschluss zu bestreiten. Oftmals sind die Vertragsformulare fehlerhaft, so dass schon allein darin eine Rücktrittsmöglichkeit besteht.