In Biederitz kennt jeder diese Straße. Die BWG hat hier, in der Willi-Obermüller-Straße, umrahmt von weitläufigen Grünflächen, einige ihrer Häuser. Wer war dieser Willi Obermüller?

Gern unterstützten das Stadtarchiv Burg und die Gemeindeverwaltung Biederitz die Suche nach einer Antwort. Ältere Bewohner wurden gefragt, Dokumente gesichtet. Ergebnis: Willi Obermüller stammt aus einer Biederitzer Familie. 1907 hier geboren trat er mit erst 16 Jahren in die SPD ein. In den 30er Jahren leitetet er eine illegale Biederitzer Widerstandsgruppe gegen das nationalsozialistische Regime.

Im November 1936 wurden er und seine Mitstreiter verhaftet. Unter ihnen war auch seine Ehefrau, die nach 4,5 Jahren in Untersuchungs- und Einzelhaft freigelassen wurde. Willi Obermüller jedoch fand man 1937 im Gefängnis erhängt auf. Offiziell wurde dies als Selbstmord des 30-Jährigen dargestellt. Seine Ehefrau und Freunde bezweifeln diese Version. In den 50er Jahren wurde die Biederitzer Bergstraße, in der er gewohnt hatte, ihm zu Ehren in Willi-Obermüller-Straße umbenannt.

Der Sohn des Geehrten, Horst Obermüller, lebte noch bis zu seinem Tod im Jahr 2008 in Biederitz und führte hier das Gasthaus „Zur Radrennbahn”.

Quelle: Biederitzer Zeitzeugen sowie „Der illegale Kampf” Archiv Gemeinde Biederitz