Hört man den Namen „Gartenstraße”, denkt man an einen Weg entlang von Gärten mit blühenden Rosen, duftenden Äpfeln und einer Sonnenliege unterm Birnbaum. Die Burger Gartenstraße ist heute eher eine Straße eingerahmt von Wohnhäusern. Gärten sieht man eher nicht, allenfalls Grünflächen.

Das war ursprünglich völlig anders. Der Weg, den die heutige Gartenstraße entlang führt, war zunächst der Stadtgraben der Stadt Burg vor der Stadtmauer. Wie üblich diente der Graben nicht nur dem Schutz der Stadt. Hier wurde entsorgt, was es zu entsorgen gab. Die Abwässer flossen vom Nikolaitor aus in ihm entlang. Daher nannte man den Uferweg „Stankgasse”auch nach dem Zuschütten des Grabens blieb der Name erhalten. 1714 begannen französische und pfälzische Siedler den fruchtbaren Boden zwischen dem Schartauer Tor und dem Magdeburger Tor (Nikolaitor) zu nutzen und errichteten die ersten Gärten. Gut 100 Jahre später, 1834, bestimmte der Burger Stadtrat, dass es an der Zeit sei, der Straße nach den neuen Gegebenheiten endlich den würdigeren Namen „Gartengasse” zu geben. 1882 wurde sie zur Gartenstraße.