Anlässlich des 80. Geburtstags der Schriftstellerin feiert Burg seine berühmte Tochter mit einem Brigitte-Reimann-Jahr. Initiator war der Pelikan e.V. Er ließ diese Idee in den Kulturstammtisch der Stadt einfließen – mit Erfolg. Ein Jahr lang gibt es, gefördert durch die Stadt und das Land Sachsen-Anhalt, Lesungen, Filme, ein Kolloquium hochrangiger Wissenschaftler und nicht zuletzt einen Schreibwettbewerb, der dem Werk und Wirken Reimanns gewidmet ist. Die Vorsitzende des Pelikan e.V., die Schriftsstellerin Dorothea Iser, schätzt Reimann und ihre Geschichte sehr. Beide entwickelten ihre schriftstellerische Passion in Burger Schreibkreisen, den damaligen „Zirkeln schreibender Arbeiter“.
treffpunkt burger schreibkreisMit dem Ende der DDR drohten die offenen Schreibkreise den bürokratischen Wirren zum Opfer zu fallen. „Wir brauchten eine Struktur, unter deren Dach wir weitermachen konnten“, so Frau Iser. 1990 gründete sie daher mit einigen Schriftstellerkollegen den Pelikan e.V. Neben dem Schreibkreis widmet er sich zahlreichen literarischen Projekten mit Schülern und Schreibbegeisterten, die das Erbe Brigitte Reimanns in Ehren halten.

Warum gerade Brigitte Reimann? „Es ist ihr großes Erzähltalent; ihr Engagement; das Festhalten an humanistischen Idealen; ihr Gerechtigkeitsempfinden; die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihren Auftrag zu schreiben ausfüllte; und letztlich ihre innere Stärke zu kämpfen, erst gegen die Kinderlähmung, zuletzt gegen den Krebs: Das fasziniert mich“, fasst Frau Iser ihre ganz persönliche Beziehung zu Reimann zusammen. Und auch für die Leiterin der Burger Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“, Stefanie Obieglo, steht fest: „Ihr Werk hat uns auch heute noch etwas zu sagen“.

Brigitte ReimannBrigitte Reimann
* 21. Juli 1933 in Burg (bei Magdeburg)
† 20. Februar 1973 in Ost-Berlin
Auszeichnungen: 1962 Kunstpreis des FDGB für „Ankunft im Alltag“, 1965 Heinrich-Mann-Preis für „Die Geschwister“

Mehr zum Pelikan e.V. Förderverein für Literatur und neue Schule unter:
www.pelikan-ev.eu